Alti Garde Fasnacht 2017

Joo und Amen - d (Vor)Fasnacht 2017 vo dr Alte Garde

Und wieder einmal wurde des Seibianers Loyalität zur Clique (oder je nach Gesichtspunkt zum FCB) auf eine harte Probe gestellt, fand doch ausgerechnet am „Lampewerni-Donnschtig“ mit dem Cupviertelfinal gegen den FCZ im Joggeli das wohl interessanteste Heimspiel der Saison 2016/17 statt. Der Stamm nahm seinen Mitgliedern die Entscheidung ab und verlegte die Laternen-Vernissage auf den Sonntag vor der Fasnacht, die Alte Garde hingegen hielt an der Tradition fest und traf sich am gewohnten Abend in der Aula des Leonhard-Schulhauses. Dort bekam man die Verse der Stroossebängg zu hören und konnte die Laterne bestaunen, wobei sich mancher Altgardist fragte, was denn dieses an Christo erinnernde Kunstwerk mit dem Sujet zu tun habe; die Erklärung lieferte Malerin Elli in Versform. Nach Stümpi Grafs Zeedel-Vorlääsede gab‘s einen Imbiss, und die später eintreffende „3:1“-Info aus dem Stadion rundete einen überaus vergnüglichen Seibi-Abend ab.

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Beim Ladäärne-Aabepfy e war auch Josy Zeller mit dabei, er und seine Rosmarie begleiteten die von ihm vor bald 50 Jahren gegründete Alte Garde auf dem Kehr vom „Pane con Carne“ bis zum Seibi. Ein paar erste Regentropfen gaben einen Vorgeschmack auf das, was alle Fasnächtler vor allem dann am Montag-Nachmittag erleben mussten. Der Morgestraich selber blieb zum Glück noch grösstenteils trocken wie auch die Kehlen der nach „Sunshine“ dürstenden Seibianer beim „Stöckli“-Halt. Wo sich früher noch die halbe Clique in bester Party-Laune heiser sang, war heuer gar nichts los. Ansonsten lief der Morgestraich in gewohnten Bahnen ab: eine feine Mehlsuppe plus Kääs- und Ziibelewaie im „Au Violon“, der Seibi-United-Apéro im Schmiedenhof und Gässle bis nach Mittag der Hartgesottenen. Zum Cortège trafen sich die 70 AG- Dummpeter oben am Steinenberg. Allerdings liess man das dort postierte Comité im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und zog im strömenden Regen direkt durch die Freie Strasse Richtung Kleinbasel. Nach einem Halt in der Rheingasse ging’s via Wettsteinbrücke weiter durch den Räpplipflotsch bis zur Bäumleingasse und von dort im Freimarsch in die „Kunsthalle“ zum Nachtessen. Dieses konnte die Alte Garde bei angenehmen Platzverhältnissen einnehmen, weil die Mysli ins Zelt vor der „Campari Bar“ ausquartiert wurden. Festgarnituren statt Stühle, kaum beheizt, keine Möglichkeit das durchnässte Goschdym aufzuhängen - „So nit!“ wetterten die Mysli und beschwerten sich absolut zu Recht beim Kunsthalle-Chef. Am Mittwoch waren dann alle wieder zusammen im gleichen Saal; ein bisschen eng war’s schon, aber fasnächtliches Gedränge gehört irgendwie dazu. Am Montag-Abend war die AG bis nach Mitternacht unterwegs, den letzten „Hardcore-Kehr“ bestritten allerdings nur noch je zwei Pfeifer und Tambouren.

Nach einem entgegen der Wetterprognose überraschend sonnigen (und wie gewohnt „seibi-losen“) Zyschtig war‘s am Fasnachtsmittwoch wieder grau und feucht, zum Glück aber regnete es nicht mehr so viel wie zwei Tage zuvor. Der Cortège-Nachmittag der Alten Garde begann an der Ecke Hammer-/Clarastrasse. Verkehrte Welt dann beim ersten Halt vor dem „Adler“: der Stamm war schon da, und nach dem grossen „Hallo“ und einem gemeinsamen Bier „u dr Gass“ hiess es bald wieder „Yystoo!“ – allerdings nicht für den Stamm, sondern für die AG! Wie war das schon wieder mit „Bi den Alte isch alles ewäng gmietliger.“...? So reichte es aber immerhin für zwei weitere Cortège-Pausen. Mit dem Passieren des Steinenberg-Comités war die Pflicht beendet und man konnte sich dem wohlverdienten Apéro in der „Campari-Bar“ widmen. Zum Seibi-Monschterkehr erschien der Mysli/AG-Zug leider mit einiger Verspätung. Es wäre schön, wenn nächstes Jahr der erste Gang des Mittwoch-Nachtessens etwas früher serviert werden könnte, damit man dann rechtzeitig am Treffpunkt in der Falknerstrasse eintrifft. Vor dem Mitternachtshalt im „Au Violon“ fand im Lohnhof ein Apéro statt , spendiert von den März-Geburtstagskindern Heidi Schmid (Fasnachts-Mittwoch), René Schneider (Morgestraich) und Mätzli Steiner (Freitag nach der Fasnacht); nochmals herzlichen Dank! Nach Wurstsalat und Pommes Allumettes führte der letzte offzielle AG-Kehr der Fasnacht 2017 zum „Gifthüttli“. Von dort aus konnten sich die Altgardisten wie an der letztjährigen „Gropftleerete“ vereinbart dem Stamm anschliessen. Einige nahmen das Angebot dankend an und gässelten bis zum letzten Kehr, an welchem dann auch die Mysli sowie ein paar Junge dazustiessen, und an den Ändstraich vor dem „Schnabel“. So endete eine AG-Fasnacht, die allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben wird, denn was sagt der Dummpeter zu dem, was ihm eventuell nur mässig gefallen hat: „Joo und Amen!“.