Drummeli 2016

Ulla, vorwärts Marsch!

Ulla? So nannte Tambourmajor Thomas Giudici den Ueli beim Marschansagen an der Fasnacht, um klarzustellen, dass nun die „gemischte“ Version gespielt werden soll und nicht der Trommelmarsch. Am Drummeli 2016 war dies natürlich nicht nötig, eine Woche lang zelebrierten Seibi Mysli und Stamm im Musical-Theater den von Michi Robertson und Peter Heitz komponierten Pfeifer- & Tambourenmarsch.

Wie bereits im Ueli-Artikel der letzten „Ohremyggeli“- Ausgabe erwähnt, war das Erlernen des Marsches nicht so einfach, wie man sich das zu Beginn vielleicht vorgestellt hatte. Der Pfeiferpart ist anspruchsvoll und die Tambouren mussten sich von der gewohnten Art, den Trommelmarsch zu spielen, lösen. Zwar wurden am Übungstag Ende Oktober 2015 einige Fortschritte erzielt, doch ein befriedigendes Niveau war bei Weitem noch nicht erlangt. Dies lag nicht zuletzt auch an der eher bescheidenen Beteiligung, so waren z.B. bei den letzten beiden Übungseinheiten dieses Tages gerade noch zehn Tambouren dabei. Der „Durchbruch“ gelang Mitte Januar 2016 anlässlich einer Probe in der BFS: die Erhöhung des Tempos führte endlich zu einer ansprechenden musikalischen Qualität. In den verbleibenden Proben konnte so an Details gefeilt und eine Darbietung „à la Seibi“ erreicht werden, die es schliesslich sogar auf die Fasnachts-CD 2016 schaffte.

Getreu dem Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“ war auch der dritte Drummeli-Auftritt der Seibi im Musical-Theater ein statischer mit Fokus auf einen guten musikalischen Vortrag. Zwar funktionierte der Schwarzlicht-Effekt nicht wie gewünscht, trotzdem zeigte man dem Publikum ein stimmungsvolles und vor allem unaufgeregtes Bühnenbild. Die Seibi war die einzige Clique, die auf den Einsatz des Beamers verzichtete, was in den Medien angesichts des teilweise von anderen Gruppierungen praktizierten visuellen „Overkills“ positiv erwähnt wurde. Die anfangs mit gemischten Gefühlen aufgenommene späte Auftrittszeit als letzte Nummer vor dem Epilog hatte auch ihre guten Seiten. So konnte man sich am Donnerstag in aller Ruhe zum „Drumm(U)eli-Ässe“ im Restaurant Union treffen, und die Tambouren nahmen am Freitag im Rahmen der „1/2-Tau “ im Keller der Basler Dybli ihre Zwergen-Sujet-Trommeln in Empfang. Zudem wurden nach dem Premieren-Wochenende bei den Rahmestiggli einige Retuschen vorgenommen, weshalb man in der Folge doch noch ein paar Minuten früher auf die Bühne durfte.

Das Drummeli als eine ganze Woche lang dauernde Party bis in die frühen Morgenstunden hinein ist nicht erst seit dem Umzug ins Musical-Theater passé (ausser für die wenigen wirklich Hartgesottenen...). So konzentrierten sich auch heuer die Foyer-Festivitäten vor allem auf die beiden Wochenenden. Am Premièren-Abend amüsierte man sich über den Drummeli-Bericht auf „fasnacht.ch“. Da war zu lesen: „Als letzte Clique hat der Central Club Basel seinen Auftritt mit...“. Die Seibi wurde schlichtweg vergessen, ein paar Stunden später war dann der Fauxpas korrigiert: „Als letzte Clique krönte die Seibi & Seibi Mysli den Abend mit dem Ueli. Pfeiferisch und trommlerisch eine sehr gute Leistung und ein musikalisch schöner Schlusspunkt.“ Dieser Kommentar ist stellvertretend für die übrigen, durchwegs positiven Berichte über unseren Auftritt. Am letzten Abend verstärkte Ueli-Komponist Michi Robertson die Reihen der Pfeifer. Einen eigenen Dernièren-Gag gab‘s nicht, dafür spielte man den Pfluderi einen Streich. Diese protestierten mit ihren Auftritt gegen die laufende Einvernahme „ihres“ Schnabels sowie des Rimpis beim Ändstraich durch andere Cliquen. Dass dabei vor allem die Seibi gemeint war, zeigte sich durch die Wahl des vorgetragenen Marsches – nota bene das „Ohremyggeli“ – sowie an einem kleinen Seibi-Plakat an der das Bühnenbild darstellenden Fassade des Schnabels. Für die Dernière wurde dort als „Gegenprotest“ eine 2x2 Meter grosse Seibi-Fahne montiert (merci André!). Für einen weiteren „Nadelstich“ sorgte später dann noch SRF1 und zeigte am Ende des „Querschnitt“ den Fasnachts-Ändstraich der Seibi vor dem Schnabel.

Zu guter Letzt sei den InstruktorInnen für ihren Einsatz und ihre Geduld gedankt; wie bereits erwähnt war es alles andere als einfach, den Ueli so auf die Bühne zu bringen, wie er letztlich vorgetragen wurde. Ebenfalls ein Riesenmerci gebührt der Drummelikommission und ihrem neuen Chef Michi Gass – vyyle Dangg, wyter so!